Sinnstiftung trifft Gastlichkeit
Die Geschichte vom SchreiberHof
Wo Tradition auf Gastlichkeit trifft
Der SchreiberHof in Aschheim blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht. Seit Generationen steht das Haus für herzliche bayerische Gastfreundschaft, gutes Essen und ein Gefühl von zuhause. Damals war Aschheim ein kleines Dorf mit nur wenigen hundert Einwohnern – überschaubar, ländlich und von Landwirtschaft geprägt. Auf diesem Anwesen entstand über die Jahre ein Gasthof, der schnell zum Mittelpunkt des Dorflebens wurde.
Was einst als kleiner Gasthof mit Metzgerei begann, wurde mit der Zeit zu einem lebendigen Mittelpunkt des Dorfes. Ein Ort, an dem sich Einheimische, Handwerker und Reisende trafen, um gemeinsam zu essen, zu feiern und das Leben zu genießen.
Unsere Anfänge
Der Start als Tafernwirtschaft
Die Geschichte des SchreiberHofs beginnt 1869, als Joseph Schreiber (1844–1897) und seine Frau Magdalena Schreiber, geb. Westermeier (1855–1949) die alte Tafernwirtschaft in Aschheim erwerben.
Mit ihrem Kauf legten sie den Grundstein für eine bis heute lebendige Wirtshaustradition. Joseph führte den Betrieb mit ruhiger Hand, während Magdalena als tatkräftige, warmherzige Wirtin das Haus prägte.
Um 1900 erweiterten sie den Hof um eine eigene Metzgerei, ein Schlachthaus und einen großen Festsaal, der bald zum Mittelpunkt des dörflichen Lebens wurde.
Die 2. Generation
Josef und Kreszenia Schreiber
Ihr Sohn Josef Schreiber (1877–1952) übernahm gemeinsam mit seiner Frau Kreszenia Schreiber, geb. Riedl (1883–1966) den Familienbetrieb.
Diese Generation führte den SchreiberHof durch eine Zeit großer Umbrüche. Sie stärkten Metzgerei und Wirtshaus, bauten das Festgeschäft aus und legten den Fokus auf handwerkliche Qualität und Verlässlichkeit.
Als Metzgermeister stand Josef Schreiber für Qualität und Präzision; gleichzeitig war er ein musischer Mensch, dessen Bassstimme in der Kirche im ganzen Ort bekannt war. Seine Frau war eine elegante, stets präsente Gastgeberin, die Wert auf Ordnung, Bildung und ein gepflegtes Haus legte.
Sie etablierten den SchreiberHof als verlässlichen Treffpunkt für Hochzeiten, Vereinsfeste, Theaterabende und große Feiern. Die Küche, die Metzgerei und der große Saal waren über Aschheim hinaus bekannt.
Unter ihrer Führung entstanden auch moderne Gästezimmer mit fließend Wasser (um 1930). Dies war damals ein außergewöhnlicher Komfort. Damit wurde aus der Dorfgastwirtschaft mehr und mehr ein Gasthaus für Reisende.
Die dritte Generation Schreiber
Feinkostfiliale in der Leopoldstraße
Die dritte Generation Schreiber brachte frischen Wind in den traditionsreichen Familienbetrieb. Christa übernahm die Leitung der Metzgerei und die Organisation des Alltags, während Pepi mit seinem handwerklichen Können die Fleisch- und Wurstproduktion verantwortete. Marianne baute die Feinkostfiliale in der Leopoldstraße in München zu einem beliebten Anlaufpunkt aus, und Liesi unterstützte das Familienunternehmen in Gastronomie und Verwaltung. Gemeinsam schafften sie es, die lange Tradition des Schreiberhofs zu bewahren und gleichzeitig neue Akzente bei kulinarischen Spezialitäten, Veranstaltungen oder in der modernen Betriebsführung zu setzen. Unter ihnen wurde das Erbe der Familie lebendig gehalten und für die Zukunft gestärkt.
Feste, Musik und Gemeinschaft
Musik, Brauchtum und Zusammenhalt
In den 1950er- und 60er-Jahren war der SchreiberHof das Herz des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Hier fanden Hochzeiten, Theateraufführungen, Faschingsbälle und Christbaumversteigerungen statt. An diese Veranstaltungen erinnern sich viele Aschheimer noch heute sehr gerne.
Blasmusik, Gstanzln und Tanz gehörten einfach dazu. Die Gäste sangen mit, lachten und blieben oft bis in die frühen Morgenstunden. Besonders beliebt waren die legendären Hochzeitsfeiern, bei denen Kalbsbratwürstl, Leberspätzlesuppe, Kalbsnierenbraten und hausgemachte Backerbsen serviert wurden.
In dieser Zeit war der SchreiberHof weit über Aschheim hinaus bekannt. Münchner kamen aufs Land, um hier zu feiern, zu essen und bayerische Lebensfreude zu erleben.
Verbindungen zu anderen Familien und Häusern
Ein Netzwerk bayrischer Familien
Die Familie Schreiber pflegte über Generationen enge Beziehungen zu anderen Gastronomen und Unternehmerfamilien in Bayern. Besonders eng war die Freundschaft zur Familie Inselkammer aus Aying, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt war.
Über die Metzgerei und den Feinkostbetrieb bestanden zudem geschäftliche Kontakte zu zahlreichen Münchner Traditionshäusern. Schon vor dem Krieg belieferten die Schreibers große Hotels wie den Bayerischen Hof, das Vier Jahreszeiten oder den Königshof mit ihren bekannten Weißwürsten und Fleischwaren. Die Qualität trug den Namen „Metzgerei Schreiber“ weit über Aschheim hinaus.
So wurde der SchreiberHof über Jahrzehnte hinweg nicht nur zu einem Ort der Begegnung, sondern auch zu einem lebendigen Zentrum eines Netzwerks bayerischer Familien, die Tradition, Qualität und Zusammenhalt pflegen.
Mit Herz geführt
Der SchreiberHof als Familienbetrieb
Hinter dem Erfolg des SchreiberHofs stand immer der starke Zusammenhalt der Familie.
Ob an der Theke, in der Küche oder im Festsaal – alle halfen mit.
Treue Mitarbeiter, manche über Jahrzehnte, gehörten fast schon zur Familie.
Der Alltag war geprägt von Arbeit, aber auch von Stolz und Freude am Beruf.
Wie es früher hieß: „Beim Schreiber wird gearbeitet, gelacht und gelebt.“
Vom Wirtshaus zum Hotel
Der SchreiberHof im Laufe der Zeit
Mit der Zeit wandelte sich der SchreiberHof, doch sein Charakter blieb.
Aus dem traditionellen Gasthaus wurde ein modernes Hotel und Restaurant, das bis heute den Geist der Familie Schreiber bewahrt:
Ehrliches Handwerk, feine Küche und echte Herzlichkeit.
Wo einst Weißwürste von Hand gedreht und Feste gefeiert wurden, begrüßt der SchreiberHof mit dem gleichen Anspruch, wie vor über hundert Jahren: heute Gäste aus aller Welt.
Ein Ort, an dem man gerne isst, feiert und bleibt.
Berühmte Gäste und Freunde
Gäste, die Geschichte schrieben
Der SchreiberHof war stets mehr als ein Gasthof. Er war ein lebendiger Treffpunkt für Gäste und Freunde aus Kultur, Musik und Gastronomie. Über die Jahre verbrachten viele bekannte Persönlichkeiten Zeit im Haus. Professor Georg Brenninger, Bildhauer an der Akademie der Schönen Künste, stand hier Modell für seine Arbeiten und nutzte die Gastfreundschaft des Hauses. Udo Jürgens komponierte am Hausklavier die Melodie zu „Merci Chérie“ und fand hier Inspiration und Ruhe.
Zahlreiche Familien aus dem Münchner Hotel- und Gastronomiebereich, darunter die Müllers vom Ammersee, Familie Deuringer, heute Vinzenz Murr, und die Feinkost Dallmayrs, pflegten enge Freundschaften mit den Schreibers. Diese Gäste und Freunde füllten das Haus mit Geschichten, Musik und lebendiger Atmosphäre und machten den SchreiberHof weit über die Region hinaus bekannt.
Heimat, Handwerk und Gastlichkeit
Bayrische Lebensart
Der SchreiberHof ist nicht einfach nur ein Hotel. Er ist ein Symbol für bayerische Lebensart.
Hier verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Moderne, Familie und Gemeinschaft.
So wie früher Josef und Kreszenzia Schreiber ihre Gäste willkommen hießen, steht auch heute jeder Besuch im Zeichen echter Gastfreundschaft – mit Herz, Handwerk und Heimat.
Der SchreiberHof heute
Gegenwart und Erbe
Heute lebt der SchreiberHof als modernes Hotel und Restaurant weiter, doch in seinen Mauern spürt man die Geschichte von Generationen voller Leidenschaft, Gastfreundschaft und Herzblut. Was einst als kleiner Familienbetrieb begann, ist gewachsen zu einem Ort, an dem Tradition auf zeitgemäßen Komfort trifft, wo Gäste willkommen geheißen werden wie Freunde und an dem die Geschichten vergangener Generationen in jeder Ecke nachhallen. Der SchreiberHof ist mehr als ein Haus. Er ist ein Zuhause für Erinnerungen, Genuss und Begegnungen, das die Werte der Familie Schreiber bis heute lebendig hält.